Samstag, 9. August 2014

slow dancing society

slow dancing society. So heißt mein neuer Mix, meine erste Zusammenstellung von Musik seit fast einem Jahr. Und irgendwie beschreibt dieser Titel auch die Zeit bzw. das Phänomen seit meiner Rückkehr ziemlich treffend. Denn ich bin extrem langsam darin, wieder in einen richtigen Trott zu kommen, um die Vorzüge der Heimat in seiner Gänze zu genießen und richtig anzukommen. Ich selbst scheine mich in Zeitlupe zu bewegen, ich tapse durch die Welt wie eine Schildkröte, die versucht, eine Autobahn zu überqueren. Alles rast um mich herum und ich hetze einem Termin nach dem nächsten hinterher, ohne wirklich mein Ziel zu erreichen.

Neuseeland war in diesem Zusammenhang ein bisschen wie die Serie Lost. Wohl behütet auf einer Insel, die scheinbar von einer unsichtbaren Glocke umgeben war, blieben mir die Mehrzahl der Eindrücke fern und liesen meinen Geist gemächlich die Welt nach meinem eigenen Tempo erkunden. Seit meiner Rückkehr ist es nun aber eher das Diktat des Alltags, welches stakkatoartig Termine, Verpflichtungen und Eindrücke auf mich einprasseln lässt, während ich noch im Müßiggang vor mich hin träume.

Ich weiß auch nicht genau, ob es an diesem rasenden Tempo lag, aber seit dem hat mich die Muse auch nicht mehr geküsst, kein kreativer Gedankenblitz wollte mich heimsuchen, um diesem Blog neues Leben einzuhauchen. Die letzten Beiträge waren eher ein Schwelgen in der Vergangenheit, was sich aber irgendwie nicht richtig anfühlen wollte. Ich möchte nicht in der Vergangenheit leben, wo es doch auch im Jetzt so viele schöne Sachen zu entdecken gibt. Doch dazu brauchte es erst einmal viel Leerlauf um mich mit dem Tempo meiner Umwelt zu synchronisieren. Manchmal ist es gar nicht so leicht, wenn man seine Tagträume ausgelebt hat und der Fixpunkt am Firmament verschwindet, während sich die Welt weiter dreht. "The world has turned and left me here" haben Weezer einmal gesungen, und jetzt verstehe ich auch ein bisschen wie Rivers Cuomo sich wohl gefühlt hat.

Um aus diesem Tempo auszubrechen habe ich nun diesen entschleunigten Mix gebastelt, der die regnerischen Tage und die Zeit in der überfüllten U-Bahn dämpft und in Watte verpackt. Ein Mix, in dem man sich wie ein kuscheliges Kopfkissen sinken lassen kann und einfach tief durch atmet. Er markiert zudem den Beginn meiner zweiwöchigen Radreise nach Kopenhagen. Knapp 800 km lang nur das eigene Tempo diktieren, die Welt entdecken und bei sich sein. Und wer weiß, vielleicht ist es auch eine Reanimation dieses Blogs, den ich gerne zu neuer Blüte verhelfen möchte.



Sonntag, 13. Oktober 2013

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Die "(Oh) Wow"-Liste (5/40)


Früh morgens aus dem taubehangenen Zelt aussteigen, zum Strand gehen und in der Kälte die aufgehende Sonne hinter den Umrissen einer weit entfernten Insel beobachten, während sich der Morgennebel in den Sandbanken des Strandes verkriecht. Das Rauschen des Meeres, der unendlich weite Blick und der menschenleere Strand machen mir zum ersten Mal bewusst, dass ich auf der anderen Seite der Welt bin, in meinem eigenen persönlichen Paradies.




Dienstag, 20. August 2013

Die "(Oh) Wow"-Liste (4/40)

Wow. In eine Höhle klettern ohne Schuhe und Licht und einen Raum voller Glühwürmchen betrachten. Unwirklich wie das Phantasmagoria Moth Gate von World's End Girlfriend. 
Ich bin verzaubert.




Donnerstag, 15. August 2013

Die "(Oh) Wow"-Liste (3/40)


Nachts am Hafen sitzen und einem Musikpärchen zuhören, das Liebeslieder säuselt und dabei den Blick über das dunkle Meer schweifen lassen, während ein Feuerwerk den Himmel erleuchtet. Und in meine Harmonika säuseln!

Dienstag, 6. August 2013

Die "(Oh) Wow"-Liste (2/40)

2. Neben den unzähligen Meerestieren im Aquarium den Oktopus beobachten. Seine beeindruckende und majestätische Art sich fortzubewegen hält mich gefangen und ich stehe mindestens 15 Minuten sprachlos vor ihm.



Samstag, 3. August 2013

Die " (Oh) Wow"-Liste (1/40)

Es ist jetzt über einen Monat her, seitdem meine Maschine wieder in Deutschland gelandet ist und zum ersten Mal packt mich das Fernweh, die Sehnsucht in die Vergangenheit und der Wunsch zurück nach Neeuseeland. Zu all den fantastischen Momenten, die ich dort in Ein-, Zwei- und Vielsamkeit mit fantastischen Persönlichkeiten verbringen durfte. In einer Zeit, in der ich meiner Spontaneität freien Lauf lassen konnte und nicht ständig in geistige Blokaden renne. Zwar konnte ich die vergangenen Wochen mit fantastischen Menschen verbringen, die mich liebevoll Willkommen geheissen haben und mit denen ich herrliche Momente verleben durfte, doch alle werden beherrscht von ihrem ganz persönlichen Alltagsrythmus voller Pflichten, der es nur schwer erlaubt, einfach inne zu halten und sich das Jetzt zu vergegenwärtigen. Natürlich ging es mir vor meiner Reise ebenfalls so und es ist schwer, sich dem zu entziehen oder nicht nachzugeben, es zeigt aber deutlich, wie sehr man sein Leben bestimmten Routinen widmet, die einen fest im Griff haben.

Aus diesem Anlass heraus habe ich mich wieder einmal in meine Wow-Liste zurückgezogen. Diese Liste repräsentiert eben jene Momente, die mich inne haben lassen und ein dickes "Oh, wooow" aussprechen lassen, ob nun jemand da war oder nicht. Darin sind einige sehr bedeutsame, manchmal sehr private, aber vor allem wunderschöne Momente aufgehoben, die mich in tiefe Kontemplation getrieben haben und noch lange mit diesem Hochgefühl an Glück einher gingen. Zu fast jedem Moment notierte ich zudem einen Song, der gerade zu dieser Zeit lief oder in meinem Kopf rum spukte. Diese 9 Monate, konserviert im akustischen Korsett möchte ich hier und in einer Playlist veröffentlichen und mir wie ein Maori-Tattoo in die Seele schreiben. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten und vielleicht hilft es ja, die Maschinen eurer Routinen für ein paar Augenblicke Inne zu halten.


1. Über Auckland auf dem Vulkan Mt. Eden stehen und den Blick über die unzähligen Häuser, den Ozean und die fantastischen Wolken schweifen lassen, breit grinsen und das erste Mal frei sein.